Donnerstag, 23. Dezember 2010

Weihnachten ist dieses Jahr abgesagt

Weihnachten ist abgesagt. Zumindest für dieses Jahr. So hat es der Erzbischof offiziell verkündigt. Es ist leider kein Scherz. Es wird dieses Jahr keine Weihnachtsfeiern geben, keine Heilig-Abend-Gottesdienste. Lediglich in den Morgenstunden sollen einige Gebetsversammlungen stattfinden.

Bevor jetzt jemand in wilde Panik ausbricht, sich fragt, wie er seine Geschenke noch ein ganzes weiteres Jahr vor seinen neugierigen Kindern verstecken kann und ob der iPod als Geschenk in einem Jahr nicht schon total veraltet ist... erst einmal tief durchatmen. Denn diese Meldung dürfte die meisten Leser gar nicht direkt betreffen.

Die Ankündigung kam nämlich ist von Louis Sako, dem chaldäisch-katholische Erzbischof der irakischen Stadt Kirkuk. Als Grund für die Absage und die Verlegung der Gottesdienste auf den Morgen nannte er Sicherheitsbedenken und die Trauer über das Blutbad an 58 Gottesdienstbesucher in der irakischen Hauptstadt Bagdad am 31. Oktober. Während nämlich hier in Deutschland anscheinend manche Politikern gerne mit Terrormeldungen ein vages Bedrohungsgefühl in der Bevölkerung wachhalten (umso besser lassen sich dann schärfere Sicherheitsgesetze durchsetzen), ist im Irak für Christen der Terror Alltag und das Weihnachtsfest ein durchaus begehrtes Anschlagsziel islamischer Terroristen.

Doch nicht nur im Irak können Christen dieses Jahr nicht unbeschwert Weihnachten feiern. In Vietnam gingen die Behörden in Hanoi und einigen weiteren Städten gegen Christen vor, die das Christfest feiern wollten. Dabei wurden dann gleich mehrere Christen und  ein Pastor verhaftet. Und das alles nur, weil sie Weihnachten feiern wollten.
Nicht zu vergessen die vielen weiteren Länder, in denen es Christen schon an normalen Sonntagen unmöglich ist, sich zum Gottesdienst zu versammeln. Dazu zählen v.a. islamische Staaten wie Saudi-Arabien und kommunistische wie Nordkorea. Religionsfreiheit ist dort unbekannt.

Wenn wir also morgen Jesu Geburt feiern, sein Kommen in diese Welt, dann lasst uns ganz bewusst für einige Minuten innehalten und für all unsere Glaubensgeschwister beten, die nicht so unbeschwert feiern können wie wir.

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